Lilien

lilienLilien dienen bei uns überwiegend als Zierpflanzen. Die große botanische Familie der Lilie (lat.: lilium) umfasst etwa 120 Arten. Ja nach Unterart hängen oder stehen die Blüten; ihre Kelche sind entweder trichterförmig aufspringend oder verspreizen sich auf sechs jeweils abwechselnd oben und unten liegende längliche, spitz zulaufende und sich zumeist nach außen hin drehende Blätter.
Viele Arten sind einfarbig (lila, weiß, rosa, orange oder gelb), bei manchen sind die Blätter im Inneren andersfarbig durchzogen. Immer neuere Züchtungen haben Vermischungen der Färbungen bewirkt. Es gibt leichte Muster oder Punkte, von leichten “Sommersprossen” bis hin zu kräftigen “Leopardenflecken”, oder auch ganz andere Farben im sternförmigen Inneren der Blüte. Die sechs pelzigen Staubblätter stechen besonders bei den Formen mit weit zurückgebogenen, ja -gerollten Blättern lang und gut sichtbar heraus (den so genannten “Türkenbund”-Arten, da die Form an einen Turban erinnert).
Auf Ausstellungen (etwa der Europäischen Liliengesellschaft) werden die Neuzüchtungen jährlich vorgestellt und prämiert.
Die dornenlose, zart duftende Blüte wird aufgrund ihrer edlen, anmutigen Art schon lange geschätzt und gezüchtet. In Asien dient sie noch immer als Lebensmittel. Aller kulturellen Verehrung der Blüte gemein ist ihre Symbolkraft – insbesondere die weiße Art steht für Schönheit und Reinheit, auch für Unschuld und Jungfräulichkeit – etwa der Mariens; im abendländisch-religiösen Bereich kommt sie besonders im Bibelspruch Jesu von den “Lilien auf dem Felde” zum Tragen: Die Lilie sei nicht irgendeine Pflanze, sondern die mit großem Abstand schönste und dennoch (!) stehe der Mensch vor Gott höher.
Lilien als Schnittblumen mögen gern schattige Bereiche; dort sind sie auch länger haltbar. Wie bei allen Schnittblumen sollte man wohl die unteren Blätter entfernen, um eine allzu rasche Fäulnis im Wasser zu verhindern.
Lilien als Geschenk oder Mitbringsel unterstreichen einen besonderen Anlass (zum Beispiel eine Geburt); in einem Brautstrauß etwa kommen sie wegen ihrer mitunter wuchtigen Art sehr gut zur Geltung.